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Das beste "Brentz" behielt der Bauer für sich, das wurde versteckt für besondere Anlässe wie plötzliche Verlobungen, Todesfälle und Hagelschaden. Es half bei Zahnweh und nach dem Sonntagsbraten. Aber immer in Maßen, kaum mehr als ein beherztes Schlückle. So ein "Chriesewässerle" aus wilden Waldkirschen, mit mindestens 45 Prozent Alkohol, ist heute selbst im Schwarzwald so selten zu finden wie echte Bachforellen. Eine Literflasche dieser Rarität müßte weit mehr als hundert Mark kosten.
Denn von den kleinen Aromaprotzen, die zu mehr als der Hälfte aus Kirschkernen bestehen und kaum größer als Heidelbeeren sind, bräuchte man schon zehn Kilo, um daraus nur einen Liter des begehrten Elixiers zu gewinnnen. Die entet heute keiner mehr. Auch die mit den Wildkirschen verwandten dunkelroten Vogel- und Haferkirschen sind fast verschwunden. Geblieben ist das Brennrecht. Noch immer erzeugen im Schwarzwald rund 14.000 Abfindungsbrennereien kleine und kleinste Mengen Wässerle- vom einfachen Obstler aus Äpfeln und Birnen über die aus Zwetschgen, Pflaumen und Mirabellen gebrannten Destillate bis zum Kirschwasser, der Königin aller Obstbrände.
Zum Glück umfaßt das Herkunftsgebiet des Schwarzwälder Kirschwassers auch das Markgräflerland, den Kaiserstuhl und die Rheinebene . Wo Reben wachsen, sind meist die Obstbäume nicht fern. Jeder badische Winzer, der noch welche hat, brennt natürlich auch.
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